Der Glaube erschließt die Kraft des Wortes Gottes
(25.07.2010) Ein Sonntagmorgen im Juli in Stuttgart: Von allen Seiten strömen die ca. 500 Gottesdienstbesucher zur Kirche Stuttgart-Süd, herzliche Begrüßungen und freudige Gesichter bestimmen das Bild. In die Kirchen nach Stuttgart-Weilimdorf und Schwieberdingen wird der Gottesdienst übertragen, so dass der ganze Kirchenbezirk am Gottesdienst teilnimmt. Das Kammerorchester Stuttgart, der gemischte Chor und der Organist stimmen die Zuhörer auf den Gottesdienst mit Bezirksapostel Michael Ehrich ein.
Als Predigtgrundlage dient 1. Mose 22,18: „und durch dein Geschlecht sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorcht hast.“
Zunächst zeigte der Bezirkapostel den Gehorsam, den tiefen Glauben und Vertrauen Abrahams zu Gott. Aufgrund dieser Einstellung habe Gott die gegenüber Abraham ausgesprochene, göttliche Verheißung bekräftigt.
Bezogen auf unser Leben, erläuterte Bezirkapostel Ehrich, wie der zu Gott hin gerichtete Gehorsam heutzutage ausgedrückt werden könne:
- In echtem Verlangen nach Gottes Wort im Gottesdienst, ähnlich der in der Heiligen Schrift beschriebenen Eigenschaften der Maria.
- In vorbehaltloser Annahme des Wortes im Sinn von Petrus, der selbst im Kreis der enttäuschten Jünger zu Jesus die Worte sprach „Du allein hast Worte des ewigen Lebens“
- Im festen Glauben an das Wort. Jesus habe vielen Kranken gesagt „dein Glaube hat dir geholfen“. Der Glaube habe also die Kraft des Wortes Gottes erschlossen.
- In dem rechten Verständnis des Wortes Gottes. Am Erleben der Emmausjünger sei zu sehen, dass sie trotz aller Aussagen Jesu deprimiert zurückgeblieben waren und erst durch ein richtiges Verständnis wieder Hoffnung schöpfen konnten.
Sopransolistin (Melanie Schlerf) und das Kammerorchester musizierten dann gemeinsam aus der Choralkantate "Wer nur den lieben Gott lässt walten" von Felix Mendelssohn Bartholdy:
"Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei;
wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei.
So kommt Gott, eh wir's uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn."
Apostel Jürgen Loy bezog sich in seinem Predigtbeitrag auf dieses Stück. Er sagte, Jesus habe Martha sicher lieb gehabt und doch habe er ihr sinngemäß gesagt: „Du hast viel Sorge. Hör einfach zu und öffne dein Herz“. Dies sei ein Rezept für jeden Gottesdienst gepaart mit der Empfehlung Jesu, das Wort Gottes anzunehmen wie ein Kind. Daraus entstehe die Haltung „Herr ich höre, sag du es mir“ und daraus entstehe dann auch Berührung durch Gottes Wort.
Zwei Glaubensschwestern spendete Bezirksapostel Michael Ehrich dann das Sakrament der Heiligen Versiegelung. Einleitend dazu wünschte er ihnen, die Kraft des Heiligen Geistes solle es schaffen, neues Wesen von Jesus Christus in ihnen entstehen zu lassen, und Jesus möge nun im Mittelpunkt ihres Lebens stehen.
Die ganze Gemeinde feierte anschließend Heiliges Abendmahl, festlich gestaltet mit Gemeindegesang und durch musikalische Beiträge des Orchesters.
Die Evangelisten Ralf Dürholz und Dirk Zeidlewicz wurden danach als Hirten ordiniert. In seiner Ansprache wünschte Bezirksapostel Ehrich den Brüdern viel göttliche Kraft zu ihrem Amtsauftrag und ermutigte sie, mit großer Freude den Gemeinden zu dienen, mit Klarheit und Wahrhaftigkeit das Evangelium Jesu zu verkündigen und mit Liebe und Fürsorge sich allen zuzuwenden.
„Gloria sei Dir gesungen“ (J.S.Bach) – mit diesen Klängen entließ der Chor die Gottesdienstbesucher in den sonnigen Sonntag im Juli. (MS)
















